Samstag, 28. April 2018

Rezension Ich fühle so tief ich kann


Guten Tag meine Lieben! Auch heute gibt es wieder eine Rezension für euch. Dieses Mal zu einem etwas anderen Buch. Eine lange Weile bin ich vor dem Computer gesessen und habe auf den leeren, weissen Bildschirm gestarrt. Ich wusste nicht, wie ich das Gelesene einordnen sollte und hatte noch weniger Ahnung davon, wie ich euch den Inhalt des Buches erklären soll.
Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar!

Eckdaten

Titel: Ich fühle so tief ich kann
Autorin: Liane Cornelius
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 396
Verlag: SP
Preis: 15.99 Euro


Inhalt

Lilly ist emotional schwer verwundet.
Doch sie hat sich mit den bedrückenden
Erlebnissen arrangiert.

Nach mehreren Operationen braucht sie
nun die Hilfe eines Physiotherapeuten.
Sie lernt Andreas kennen - gutaussehend,
sportlich, charismatisch.
Von seinen besonderen Fähigkeiten ahnt sie nichts.

Geschickt dringt er tief in ihre Seele ein - eigentlich
unmöglich - denn die ist fest verschlossen,
seit damals.

Lilly passt perfekt in sein psychisches Beuteschema.
Sie geht ihm ins Netz. Das Spiel kann beginnen.

Aber der Plan geht nicht auf. Ausgerechnet er,
der Gefühle verabscheut, der in einer kalten Welt
lebt und die Menschen um sich herum durch
Sex und Manipulationen kontrolliert -
ausgerechnet er wird nun unerbittlich
mit seinen Emotionen konfrontiert.

Zwei Menschen am Rande ihres Traumas.

Ein verzweifelter Kampf beginnt.


Meine Meinung

Cover und Titel: Die Farbwahl des Cover gefällt mir unheimlich gut. Die warmen Farben passen sehr gut zu Liane. Die mit Nebelschwaden behangene Landschaft stimmt einen sofort nachdenklich und fängt die Atmosphäre des Buches sehr gut ein. Der Titel klingt für mich unheimlich schön. Allerdings hätte ich vielleicht ein Wörtchen mehr hinzugefügt. «Ich fühle so tief ich nur kann.» Denn ohne das «nur», klingt es, als würde sie versuchen überhaupt etwas zu fühlen, aber Liane ist ja ein wahnsinnig sensibler und gefühlvoller Mensch.

Schreibstil: Der Schreibstil war für mich vor allem zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig. Denn ich hätte etwas vollkommen anderes erwartet. Bevor ich mit Lesen begann stellte ich mir den Schreibstil sehr detailliert, tiefgründig und sogar etwas poetisch vor. Allerdings ist der Schreibstil leider fast ein kleines bisschen plump, jedenfalls stellenweise. Ich hätte mir raffiniere Vergleiche und Redewendungen gewünscht. Ich muss aber sagen, dass die Gefühle und Emotionen trotzdem sehr gut rübergekommen sind.

Die Erzählweise ist, als würde Liane ihre Geschichte direkt dem Leser erzählen. Das ist zwar eine gute Idee, aber ihre Worte kamen mir oft so vor, als würde sie immer aussprechen, was ihr gerade durch den Kopf geht. Gedanken kommen nie perfekt chronologisch geordnet heraus. Deshalb war mir die Geschichte teilweise zu wirr und kam mir etwas zusammengewürfelt vor.

Inhalt: Das Grundthema des Buches ist ein wahnsinnig interessantes. Ich selber würde wagen zu behaupten, dass ich sehr empathisch sein kann, aber Lillys und Andreas Beziehung geht überall das weithinaus. Am Anfang war eine solche Beziehung zwischen zwei Menschen für mich eher schwer vorstellbar. Aber ich habe mich auf die Geschichte eingelassen und das hat sich gelohnt. Ihre Verbindung, die man im Verlauf der Geschichte immer besser nachvollziehen kann ist wirklich faszinierend.

Charaktere: Liane ist eine wundervolle Protagonistin und das in vielerlei Hinsicht. Wenn ich daran denke, was sie als Kind alles durchmachen musste und dann an all ihre Operationen, läuft es mir kalt den Rücken hinunter. Deshalb finde ich es umso bewundernswerter, wie sie immer wieder aufsteht und sich ihren Weg zurück ins Leben erkämpft.

Es gab aber auch ein paar Dinge, die mich störten. So wie ich das verstanden habe, waren Toni und Lilly verheiratet, während diese eine Beziehung mit Andreas aufbaute und dieser verlobt. Auch wenn ich ihre Verbindung für sehr kostbar und wichtig halte, fand ich es doch den Partnern der beiden gegenüber gehörig unfair. Überhaupt hat mich Andreas an meine Toleranzgrenzen gebracht. Ich verstehe, dass er unter einem schweren Trauma leidet, aber das rechtfertigt aus meiner Sicht keinesfalls, wie er andere Menschen und insbesondere Frauen für seinen persönlichen Vorteil manipuliert.


Fazit

Eine faszinierende Idee. Wenn man sich auf die Geschichte einlässt, werden einem viele spannende Aspekte der menschlichen Psyche erleuchtet. Der Schreibstil war mir etwas zu plump und stellenweise zu wirr. Während ich Liane schnell ins Herz schliessen konnte, hatte ich mit Andreas doch meine Probleme.


Bewertung

⭐⭐⭐/5


Habe ich euch neugierig gemacht? Dann schaut auf der Website der Autorin vorbei (https://www.liane-cornelius.de/). Dort könnt ihr ein Casting absolvieren und euch voraussagen lassen, ob das Buch etwas für euch ist oder nicht.




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